Cinnamon-Desktop unter Ubuntu 11.10 installieren

Cinnamon 1.2.0

Cinnamon 1.2.0 unter Ubuntu 11.10

Von der Suche nach einem Desktop nach meinen Vorstellungen habe ich hier schon mehrfach berichtet. Lange war das Gnome 2, der unter Ubuntu stabil und zuverlässig lief und ganz auf meine Bedürfnisse abgestimmt war. Ein Versuch mit Unity folgte, in den letzten Wochen zierte dann Gnome 3 meinen Desktop – und war mir mit einigen Erweiterungen fast ans Herz gewachsen. Tatsache ist aber, dass der Desktop bei mir alles andere als stabil läuft. Die Tastenkombination Alt + F2 und dann “r” war mir schon zur mehrmals täglichen Übung geworden, wenn die Oberfläche mal wieder nur zögerlich oder fast gar nicht mehr reagierte. Jetzt ist es Zeit für einen neuen Versuch, diesmal mit Cinnamon. Der künftige Standarddesktop von Linux Mint ist bereits in Version 1.2.0 verfügbar und klingt vielversprechend. Anstatt die Distribution zu wechseln, wollte ich Cinnamon aber erstmal einfach unter Ubuntu 11.10 installieren.

Die Installation ist denkbar einfach. Da Cinnamon auf viele Gnome-3-Pakete zurückgreift, ist die installierte Gnome-Shell Voraussetzung. In meinem Fall ist das gegeben, da ich ja zuvor Gnome 3 verwendet habe. Andernfalls muss man die entsprechenden Pakete erst nachinstallieren. Für Ubuntu 11.10 steht Cinnamon 1.2.0 in einer Launchpad-Paketquelle bereit. Das Hinzufügen des Repositories sorgt außerdem dafür, dass man künftige Updates ebenfalls erhält.

Zunächst fügt man also die Paketquelle hinzu. Dazu öffnet man beispielsweise ein Terminalfenster und tippt

sudo add-apt-repository ppa:merlwiz79/cinnamon-ppa

Anschließend aktualisiert man die Paketlisten mit

sudo apt-get update

und installiert dann Cinnamon mit dem Befehl

sudo apt-get install cinnamon

Nun muss man sich vom Desktop abmelden. Bei der Neuanmeldung klickt man dann zunächst auf das Zahnrad-Icon und wählt als Sitzung “Cinnamon” aus. Anschließend meldet man sich wie gewohnt mit seinem Benutzerpasswort am Desktop an, dann begüßt einen der filigrane und elegante Mint-Desktop. Standardmäßig zeigt die Oberfläche ein Panel am unteren Bildschirmrand. In den Cinnamon-Einstellungen, die man über den Menu-Button erreicht, kann man alternativ auch ein Panel oben oder die aus Gnome 2 gewohnten zwei Panel am oberen und unteren Bildschirmrand auswählen. Damit die Einstellung aktiv wird, muss man sich ab- und wieder anmelden oder Alt und F2 drücken, “r” eingeben und mit der Returntaste bestätigen.

Cinnamon-Einstellungen

In den Cinnamon-Einstellungen lässt sich auswählen, wo die Panels liegen.

Im alltäglichen Einsatz muss sich Cinnamon natürlich erst noch beweisen. Mein erstes Fazit ist aber durchweg positiv: Der Desktop reagiert schneller als Gnome 3 und mir persönlich ist das gewohnte Arbeiten mit Panel, Menü, Fensterliste usw. lieber. Daneben bringt Cinnamon aber trotzdem eine elegante und moderne Oberfläche. Ich möchte einen ansehnlichen Desktop, der flott auf Eingaben reagiert und mir beim Arbeiten nicht im Weg umgeht. Cinnamon scheint das Potential zu haben, diese Erwartungen zu erfüllen.

Cinnamon-Einstellungen - Applets

In den Cinnamon-Einstellungen lassen sich auch einige praktische Panel-Applets aktivieren.

7 Gedanken zu „Cinnamon-Desktop unter Ubuntu 11.10 installieren

  1. Ein Leser

    Moin, Artikel gefällt mir, die Links bei “Cinnamon” und bei “Cinnamon 1.2.0 in einer Launchpad-Paketquelle” im Text sind allerdings kaputt, erster führt zu deinem Artikel hier und der zweite führt zu einer Fehlermeldung auf deiner Seite. Bitte berichtige das.

    Außerdem würde ich es besser finden, wenn die Angabe der E-Mail Adresse zum Schreiben eines Kommentars nicht verpflichtend wäre, denn nicht jeder will – selbst wenn hier nicht veröffentlicht – seine E-Mail Adresse angeben, um einen Kommentar zu schreiben.

  2. Liane M. Dubowy

    Ein Leser :

    Moin, Artikel gefällt mir, die Links bei “Cinnamon” und bei “Cinnamon 1.2.0 in einer Launchpad-Paketquelle” im Text sind allerdings kaputt, erster führt zu deinem Artikel hier und der zweite führt zu einer Fehlermeldung auf deiner Seite. Bitte berichtige das.

    Danke für den Hinweis! Ist korrigiert.

    Außerdem würde ich es besser finden, wenn die Angabe der E-Mail Adresse zum Schreiben eines Kommentars nicht verpflichtend wäre, denn nicht jeder will – selbst wenn hier nicht veröffentlicht – seine E-Mail Adresse angeben, um einen Kommentar zu schreiben.

    Stimmt, das kann ich verstehen. Das muss ich mir bei Gelegenheit mal näher ansehen.

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  4. Klaus

    Hallo,

    eben habe ich au OMGUbuntu gelesen, was Cannonical weiter mit dem GlobalMenu vor hat. Ich betreue mehrere hundert Linuxanwender (überwiegend noch UBUNTU 10.04, da Unity derzeit eine Katastrophe ist). Aufgrund der Erfahrung mit den Anwendern sowie auch bei diversen Vorstellungen von Ubuntu kann ich definitiv sagen, dass das ‘alte’ Anwendungsmenu in Gnome 2 (Anwendungen, Orte, System) die Anwender am besten ansprach.

    Einfach, übersichtlich, schnell. Die Übersichtlichkeit ist es auch, welche mich beim Cinnamon-Menu stört. Es wirkt sofort überladen, wenn man das Menu öffnet. (Davon abgesehen ruft es sofort negative Erinnerungen an ein anderes BS hervor ;-)

    Aus diesem Grund wünsche ich mir optional die Verwendung des Classic-Menus (falls nicht schon vorhanden)

    Irgendwie meinen Alle, Äpfel und Winzigweich haben die ultimative Lösung gefunden und äffen diese einfach ganz oder teilweise nach – ok, dann brauche ich auch kein Unity etc. sondern arbeite wieder mit Win. (Gott bewahre – nie wieder !!!)

    Ich wünsche mir für Cinnamon viel Erfolg, da es wirklich sehr viel-versprechend wirkt und hoffe dass die Macher des Projects (meine Hochachtung !) die Anwenderfreundlichkeit nie aus den Augen verlieren.

  5. Gerriet

    Ich kann dem Klaus nur zustimmen, ich kann mich mit Unity auch nicht anfreuden. Gnome hatte war früher ein sehr gutes UserInterfaces. Nur weil Cannonical Ubuntu unbedingt auf Tables etc haben will, brauchen die die keine solche Geräte benutzen links liegen lassen. Und diese Monitor – Touchscreens sind für normal User bisher unerschwinglich.

  6. Classic Uli

    Hallo allerseits,
    nachdem ich meinen Desktop-PC blauäugig “upgedated” und mir damit meinen (Gnome 2.0 Classic Desktop) weggeschossen hatte (ich hätte heulen können!!!) lebe ich seitdem auf dem PC mit xfce und habe mein Notebook NICHT upgedatet. Habe seinerzeit (vor einem guten halben Jahr) nach Alternativen mit der alten Gnome-Menüstruktur (wie von Klaus beschrieben) gesucht – und nicht gefunden. Wohl aber viele mit mir Unzufriedene.
    Jetzt die Frage: Gibt es in dieser Hinsicht etwas Neues? Vielversprechendes?
    Vor allem das “Orte”-Menü war für mich imer DER Dreh- und Angelpunkt, da ich einige Webserver administriere und ständig mit FTP- und SSH-Verbindingen hantiere.

    Vielen Danl für Euer Feedback und
    schöne Grüße
    Uli

  7. Liane M. Dubowy

    @Classic Uli
    XFCE ist auf jeden Fall eine gute Wahl, ich bin auf dem Notebook vorläufig auch auf XFCE umgestiegen, da es mir ein schnelles und reibungsloses Arbeiten ermöglicht. Es lohnt sich aber auch, die vorhandenen Desktops anzupassen, zum Beispiel mit Cairo Dock, in das sich dann auch das alte Orte-Menü einbinden lässt.
    In die Richtung von Gnome 2 geht sonst noch Mate, ein Desktop von Linux Mint (http://www.linuxmint.com).

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